SECOND LIFE ist eine hybride Performance aus Bewegung, Live-Gesang, Körperarbeit und visueller Raumsetzung. Die Arbeit verhandelt Verwicklungen, Vernetzungen und digitale Öffentlichkeit. Das Bühnenbild übersetzt das Netz in einen realen Handlungsraum. Mit Gummibändern, Absperrbändern und weiteren Bändern entstehen gespannte Strukturen, in denen die Protagonistinnen sich verfangen, arbeiten, hängen, ziehen und immer tiefer in ein System aus Verbindung und Abhängigkeit geraten.
Eine zweite Ebene entsteht über kalligrafische Arbeiten. Die Protagonistinnen versuchen, sich Sprache zurückzuholen, und schreiben manisch Zeichen auf lange Bahnen. Diese Bahnen wachsen im Verlauf des Abends, füllen den Raum und werden selbst zum Bühnenbild.
Das Kostümbild arbeitet mit Gleichschaltung. Gleiche Schnitte, gleiche Körperlinien und gleiche Perücken formen serielle Figuren. Bühne, Kostüm, Bewegung, Live-Gesang und Schrift zeigen Körper, die sich im Netz entwerfen, verausgaben und darin sichtbar werden.